Datum der Publikation 16/10/2026

Nachhaltigkeit

Gemeindebasierter Tourismus: Entdecken Sie eine neue Art zu reisen

Ein Blick auf den Gemeinschaftstourismus: entdecke eine neue Art zu reisen für umweltbewusste Reisende.

Vielleicht haben Sie schon von gemeindebasiertem Tourismus gehört. Doch was steckt eigentlich dahinter? Dabei geht es nicht um ein festes Reiseprogramm, sondern darum, wie touristische Angebote gestaltet werden und wer davon profitiert. Im Mittelpunkt stehen die Gemeinschaften vor Ort, die ihre Angebote selbst mitgestalten und Reisenden Einblicke in ihre Kultur und ihren Alltag ermöglichen. 

Im Folgenden erfahren Sie, was gemeindebasierter Tourismus ist, welche konkreten Beispiele es gibt und welche Vorteile es bietet. Schon mit kleinen Gesten und bewussten Entscheidungen können Sie ihn bei Ihrem nächsten Aufenthalt in den Iberostar-Hotels unterstützen.

Was ist gemeindebasierter Tourismus?

Eine Reisephilosophie

Beim gemeindebasierten Tourismus (Community-based Tourism, CBT) entwickeln und betreiben lokale Gemeinschaften touristische Angebote und profitieren unmittelbar von den Einnahmen. Als Reisender können Sie diese Angebote bewusst wählen und den Menschen und ihrer Kultur mit Offenheit und Respekt begegnen. So unterstützen Sie die Entwicklung vor Ort und lernen die Umwelt und die Bräuche Ihres Reiseziels näher kennen. 

Gemeindebasierter, nachhaltiger und sanfter Tourismus

Die Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Nachhaltiger Tourismus berücksichtigt die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Reisens insgesamt. Sanfter Tourismus steht als Gegenmodell zum Massentourismus für umweltschonendes Reisen mit Rücksicht auf Natur und Einheimische. Gemeindebasierter Tourismus ist eine konkrete Form davon: Hier gestalten die Gemeinschaften vor Ort die Angebote selbst und profitieren direkt davon.

Ein Blick zurück: von der Erklärung von Manila bis heute

Am 10. Oktober 1980 wurde die Erklärung von Manila verabschiedet. Sie betonte die soziale und kulturelle Bedeutung des Tourismus und die Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt in den Reisezielen. 1985 folgten die Tourismuscharta und der Kodex für Touristen, die von der Generalversammlung der Welttourismusorganisation (UNWTO, heute UN Tourism) verabschiedet wurden. Darin wird Tourismus als Kraft für gegenseitiges Verständnis und internationale Zusammenarbeit anerkannt.

Heute wird gemeindebasierter Tourismus auch politisch und international gefördert. In Mexiko etwa hat ein Dekret den gemeindebasierten Tourismus zu einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse erklärt. In Costa Rica fand der II. Nationale und internationale Kongresse für ländlichen und gemeindebasierten Tourismus finden statt. Und internationale Partnerschaften wie die zwischen Yucatán und der Europäischen Union setzen sich für seine Umsetzung ein.

Warum gemeindebasierter Tourismus?

Vorteile für die Gemeinschaften vor Ort

Gemeindebasierter Tourismus würdigt und schützt Traditionen und Kulturen. Er erzählt die Geschichte jedes Ortes und gibt ihr den Raum, den sie verdient. Die Gemeinschaften vor Ort erzielen direkte Einnahmen, stärken ihre Wirtschaft und werden unabhängiger. Ein respektvoller Austausch mit Reisenden kann dazu beitragen, kulturelle Identitäten zu bewahren und die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Ein paar Frauen, die an einem Tisch mit einem Korb voller Stöcke sitzen

Nehmen Sie respektvoll am Leben vor Ort teil

Diese Offenheit führt ganz von selbst dazu, dass Sie sich mehr für den Alltag und die Kultur des Reiseziels interessieren. Das Ziel: auf Reisen menschlichere und fairere Verbindungen zu knüpfen. Wählen Sie dafür echte Erlebnisse, die Einheimische organisieren und begleiten. Essen Sie in lokalen Restaurants, kaufen Sie bewusst ein und unterstützen Sie kleine Kunsthandwerksbetriebe. Verhalten Sie sich auch in der Natur verantwortungsvoll, besonders in sensiblen Lebensräumen bedrohter Tier- und Pflanzenarten. 

Formen des gemeindebasierten Tourismus, die Sie vielleicht schon kennen

Kulturtourismus

Gemeindebasierter Tourismus möchte die Kultur jedes Ortes bekannt machen und bewahren. Deshalb ist er eng mit kulturell geprägten Reisen verbunden. Ein Beispiel? Wählen Sie im Urlaub Aktivitäten, die mit den Traditionen des Ortes verbunden sind. Wenn Sie nach Mexiko reisen, interessieren Sie sich für die Bräuche des Landes und machen Sie mit, statt nur von außen zuzusehen. Schon Kinder lassen sich so für das Reisen begeistern. Achten Sie im Familienurlaub darauf, dass die Kleinen beim Spielen Neues lernen.

Aktiv- und Abenteuertourismus

Gemeindebasierter Tourismus lässt sich wunderbar mit Bewegung an der frischen Luft und Naturerlebnissen verbinden. Wenn Sie Aktivurlaub und Abenteuersport kombinieren, entdecken Sie beeindruckende Landschaften bei Ihrem Lieblingssport. Schließen Sie sich Touren mit einheimischen Guides an. Die Guides kennen sich vor Ort aus und können Ihnen viel darüber erzählen, wie die Menschen mit ihrer natürlichen Umgebung verbunden sind. 

Kulinarischer Tourismus

Wenn Sie gerne essen, probieren Sie neue Aromen und Rezepte und lernen Sie so jedes Reiseziel von innen kennen. Essen ist Kultur und damit eine weitere Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben. Kulinarische Rituale und lokale Zutaten verraten Ihnen viel über den Ort, an dem Sie sich befinden. Geben Sie wann immer möglich regionalen Produkten und saisonalen Gerichten den Vorzug und unterstützen Sie mit Ihrer Wahl lokale Betriebe und Produzenten.

Beispiele für gemeindebasierten Tourismus bei Iberostar

Die Partnerschaft mit Planeterra

Über die Fundación Iberostar hat Iberostar 2023 eine Vereinbarung mit der gemeinnützigen Organisation Planeterra geschlossen. Mit dieser Partnerschaft fördern wir den gemeindebasierten Tourismus an unseren Reisezielen. Geplant sind mehr als 30 Projekte, und bis 2030 soll das Modell auf bis zu 16 Länder erweitert werden. Unser Ansatz bindet lokale Betriebe in den Alltag unserer Hotels ein und bringt Gäste mit den Gemeinschaften vor Ort zusammen.

Ein Wasserfall im Wald

Cenoten und lokale Gemeinschaften an der Riviera Maya

Cenoten sind natürliche, mit Grundwasser gefüllte Vertiefungen im Kalkstein, wie sie auf der Halbinsel Yucatán vorkommen. Sie können offen, teilweise überdacht oder in Höhlen liegen. In der Kultur der Maya galten sie als heilige Zugänge zur Unterwelt. Heute sind sie Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und Teil eines weit verzweigten unterirdischen Wassersystems, das bis zur Küste reicht. Das Grundwasser der Region ist zudem eine wichtige Quelle für die Wasserversorgung. 

Das erste Projekt der Partnerschaft zwischen Iberostar und Planeterra, das wir seit 2023 umsetzen, befindet sich in Chemuyil in der Nähe unserer Hotels an der Riviera Maya. Beteiligt ist die Gemeinde Chemuyil in Quintana Roo über die Kooperative Bejil-Ha Riviera Maya. Die Kooperative wurde von sieben jungen Einheimischen gegründet und setzt sich für den Schutz von mehr als 50 Cenoten in der Region ein.

Kunsthandwerk und Kakao in Puerto Plata

Rund um unser Hotel in Puerto Plata arbeiten die Fundación Iberostar und Planeterra mit der Kooperative El Chocal zusammen, die von einheimischen Frauen getragen wird. Das Projekt unterstützt mehr als 200 Kakaobauern und ihre Familien. Während Ihres Aufenthalts können Sie außerdem Kunsthandwerk kaufen und erleben, wie die Mitglieder der Asociación de Artesanos de Madera Petrificada (Asoartep) ihre Arbeiten aus versteinertem Holz fertigen. 

Korallen und Mangroven

Mit verschiedenen Initiativen setzen wir uns dafür ein, die Meere, Strände und Küstenökosysteme unserer Reiseziele zu schützen. In unseren Resorts in Mexiko, Jamaika und der Dominikanischen Republik haben wir Korallenaufzuchtstationen eingerichtet. In der Dominikanischen Republik haben wir gemeinsam mit dem Umweltministerium und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) 19.000 Mangroven gepflanzt, um die Küstenökosysteme zu stärken. 

Reiseziele für gemeindebasierten Tourismus

Mexiko und die Dominikanische Republik

Gemeindebasierter Tourismus ist in Lateinamerika besonders verbreitet. Machen Sie Ihren Urlaub in unseren Hotels in Mexiko und unseren Hotels in der Dominikanischen Republik zu einer Gelegenheit, als Reisender weiter zu wachsen, und interessieren Sie sich aufrichtig für das Leben vor Ort in den verschiedenen Regionen.

In Mexiko setzen sich indigene Völker und ländliche Gemeinden aktiv dafür ein, ihr Erbe zu schützen und mit gemeindebasiertem Tourismus ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Selbstbestimmung ist die Grundlage ihres Modells. In der Dominikanischen Republik ist gemeindebasierter Tourismus eng mit der Natur verbunden. Gemeinschaftliche Projekte tragen dazu bei, das kulturelle Erbe und die natürlichen Lebensräume zu bewahren. 

Weitere Reiseziele

Wir haben auch Hotels in weiteren Ländern Amerikas, zum Beispiel in Brasilien, auf Jamaika und auf Aruba. Jedes dieser Reiseziele hat seine eigene Geschichte und einen ganz eigenen Blick auf den gemeindebasierten Tourismus. Wer sie mit offenen Augen bereist, entdeckt immer mehr. Feiern Sie zum Beispiel Ihre schönsten Feste mit, lassen Sie sich von Stränden mit türkisfarbenem Wasser inspirieren und probieren Sie typische Gerichte. Jedes Detail und jeder Moment zeigen Ihnen eine andere Seite des Landes.